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 Betreff des Beitrags: Schwul sein, schwul leben, vorehelicher Geschlechtsverkehr
BeitragVerfasst: Freitag 25. Juni 2010, 00:44 
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Registriert: Dienstag 3. November 2009, 16:31
Beiträge: 27
Es geht um Kempfs aktuellen Artikel: http://www.dasgespraech.de/?p=1875
und um eine Facebook-Diskussion zum Artikel: http://www.facebook.com/martinboecker?v ... 9177053439

Wenn die Kirche sagt, dass vorehelicher Geschlechtsverkehr Sünde ist, dann regt sich niemand auf, oder? Aber warum regen sich so viele Menschen auf, wenn es heißt, dass ausgelebtes Schwul- und Lesbischsein Sünde ist?


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwul sein, schwul leben, vorehelicher Geschlechtsverkehr
BeitragVerfasst: Freitag 25. Juni 2010, 08:53 
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Registriert: Donnerstag 5. November 2009, 14:53
Beiträge: 42
Wohnort: Eichstätt
Das ist umso bemerkenswerter, da alles genannte nur deswegen abgelehnt wird, weil man Sexualität in der Ehe verortet. Es ist eine Logik, die dahinter steht.

---

Habe ich bei facebook geantwortet:

In unserer pluralen Gesellschaft ist es unmöglich Homosexualität durch den Staat zu verbieten. Das ist nicht an der Reihe. Sie bringt für den Staat aber auch keine Vorteile. Der Staat sollte sich mit ihr daher im großen und ganzen nicht befassen - auch keine quasi Ehe oder Vergünstigungen enführen. Wenn zwei Personen gleichen Geschlechts kann man das aus ihrer Perspektive ggf. als schön betrachten, aber für den Staat ist das nicht interessant (selbst wenn Kinder in dieser Partnerschaft leben - sie entstammen ihr nicht.)

Persönlich denke ich, das Homosexualität auch jedenfalls eine psychologische Komponente hat (Stichwort: Vaterlose Gesellschaft). Wenn man sich (schematisch!) die extreme Promiskuität vieler männlicher HS'ler anschaut und das Bedürfnis, nicht weniger sich (sexuell) zur Schau zustellen, dürfte über die Frage, ob das "normal" ist, auch wenig Nachdenken nötig sein.

Was die Politisierung angeht: Meines Erachtens liegt das Problem darin, dass die (dem Staat nützliche) Ehe mit der (dem Staat nicht nützlichen) HS-Verbindung gleich gestellt wurde. Das zeigt, dass die Politik oft keinen Willen zu vernünftigen Entscheidungen mehr hat, es regiert er eher unterschwellig eine Art Emotionalismus. Rational ist das jedenfalls nicht mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwul sein, schwul leben, vorehelicher Geschlechtsverkehr
BeitragVerfasst: Freitag 25. Juni 2010, 09:40 
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Registriert: Dienstag 3. November 2009, 16:31
Beiträge: 27
Nikodemus hat geschrieben:
Das ist umso bemerkenswerter, da alles genannte nur deswegen abgelehnt wird, weil man Sexualität in der Ehe verortet. Es ist eine Logik, die dahinter steht.



Das ist ein wirklich sehr interessanter Punkt. Irgendwie klar, wird aber selten formuliert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwul sein, schwul leben, vorehelicher Geschlechtsverkehr
BeitragVerfasst: Samstag 26. Juni 2010, 00:35 
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Administrator
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Registriert: Samstag 10. Oktober 2009, 13:24
Beiträge: 73
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Nikodemus hat geschrieben:
Das ist umso bemerkenswerter, da alles genannte nur deswegen abgelehnt wird, weil man Sexualität in der Ehe verortet. Es ist eine Logik, die dahinter steht.


Vorehelicher Sex betrifft mittlerweile Alle, womit das subjektive Gefühl einer sich entwickelnden Ausgrenzung nicht aufkommen düfte. Homosexualität ist dagegen ein Minderheitenphänomen, dessen "Mitspieler" auf diffamierende Tendenzen mit Dauerspannung & chronischer Drohgebärde antworten müssen

Zitat:
Was die Politisierung angeht: Meines Erachtens liegt das Problem darin, dass die (dem Staat nützliche) Ehe mit der (dem Staat nicht nützlichen) HS-Verbindung gleich gestellt wurde. Das zeigt, dass die Politik oft keinen Willen zu vernünftigen Entscheidungen mehr hat, es regiert er eher unterschwellig eine Art Emotionalismus. Rational ist das jedenfalls nicht mehr.

[code][/code]

Egalitaristische Prämissen machen auch diese Maßnahme "logisch".

Finde die Diskussion nebenbei ziemlich irrelevant! Seid also froh, dass das hier ein herrschaftsfreier Raum ist... ;)

Gruß!

_________________
"There is a tide in the affairs of men, Which taken at the flood, leads on to fortune. Omitted, all the voyage of their life is bound in shallows and in miseries. On such a full sea are we now afloat. And we must take the current when it serves, or lose our ventures."

William Shakespeare, "Julius Caesar"


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwul sein, schwul leben, vorehelicher Geschlechtsverkehr
BeitragVerfasst: Mittwoch 30. Juni 2010, 14:17 
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Registriert: Donnerstag 15. Oktober 2009, 09:58
Beiträge: 81
Wie Larsen schon schrieb - das Problem besteht in der Politisierung der Sexualität, also in der Aufweichung der Trennung von öffentlichem und privaten Raum.

Das hat teilweise zur Folge, dass die sexuelle Neigung zum Exklusions-/Inklusionskriterium politischer Netzwerke wird. Das entfremdet die Politik von sich selbst und dereguliert sämtliche Mechanismen der Elitenrekrutierung.

Darin besteht das Problem - nicht in irgendeinem Lebensstil oder irgendwelchen Vorlieben.

Das allerdings nur so lange, wie schwul/lesbisch sein eine Ausnahmeerscheinung bleibt. Die Propagierung von "normal ist anders" u.ä. von Seiten des Staates bleibt ein Schuss in's Knie.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwul sein, schwul leben, vorehelicher Geschlechtsverkehr
BeitragVerfasst: Montag 5. Juli 2010, 07:19 
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Registriert: Donnerstag 5. November 2009, 14:53
Beiträge: 42
Wohnort: Eichstätt
Felix_S. hat geschrieben:
Das hat teilweise zur Folge, dass die sexuelle Neigung zum Exklusions-/Inklusionskriterium politischer Netzwerke wird. Das entfremdet die Politik von sich selbst und dereguliert sämtliche Mechanismen der Elitenrekrutierung.

Halte ich für ein Phantom-Problem. Es ist ja nicht grade so, als ob schwule Netzwerke jetzt die Politik dominieren würden, indem sie Heteros ausgrenzen....

Zitat:
Darin besteht das Problem - nicht in irgendeinem Lebensstil oder irgendwelchen Vorlieben.

Ich sehe grade hier das Problem. Die Gesellschaft bringt die Politik hervor, die zu ihr passt. Eine Gesellschaft die Spaß und Sexualität anbetet, bekommt daher auch eine Spaßpolitik, die Sexualität einen überhöhten Raum bietet.


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