Erik Lehnert im Gespräch » Den ganzen Beitrag lesen.«
“Ich bin relativ allergisch, was das Bemühen des Staates betrifft, über mich zu bestimmen.”
14. November 2009 § 1 - von Martin J.G. Böcker
“Ich versuche, argumentativ vorzugehen und die Fragen grundsätzlich anzugehen.”
7. November 2009 § 5 - von Martin J.G. Böcker
Karlheinz Weißmann im Gespräch
Nationalrevolutionäre Publizistik der Weimarer Zeit
4. Juni 2009 § 1 - von Felix Springer
Das Deutsche Reich fand in der 20er Jahren des letzten Jahrhunderts zu einer spannungsreichen kulturellen Blüte. Der politische Diskurs wurde nicht unwesentlich von radikalen Kräften getragen und geformt, während sich deutsches Theater und Lichtspiel, deutsche Literatur und Musik international profilierte. Und damals wie heute waren Politik und Kultur eng miteinander verwoben; fast immer waren Bühne oder Druckerpresse ein weiteres Element im Kulturkampf dieser Wendezeit. Doch während Tucholsky und Co. sich heute in jedem Schulbuch wiederfinden, droht die nationale Publizistik dieser bewegten Zeit völlig zu Unrecht pauschal als widerlegt zu gelten.
Schon seit geraumer Zeit macht die Netzseite www.godenholm.de einige wichtige Texte dieser Zeit dem interessierten Leser zugänglich. Den Schwerpunkt legt godenholm.de auf die frühen Texte der damaligen Nationalrevolutionäre Ernst Jünger und Ernst von Salomon sowie des Nationalbolschewisten Ernst Niekisch. Es finden sich jedoch auch Beiträge von Friedrich Georg Jünger, Friedrich Hielscher und anderen. Bei den Texten handelt es sich um Artikel aus den Zeitschriften „Widerstand“, „Standarte“, „Ja und Nein“, „Das Reich“ sowie „Arminius“ aus den Jahren 1926 – 1934. In dieser Sammlung verdienen besondere Aufmerksamkeit die teilweise sonst schwer zu bekommenden Artikel: „Der Wille zur Gestalt“ von Ernst Jünger, „Die Innerlichkeit“ von Friedrich Georg Jünger sowie „Rasse und Kultur“ von Baron Julius Evola.
Unter der Überschrift „Reflexionen“ findet sich zusätzlich eine Reihe von Betrachtungen, die das Schaffen Ernst Jüngers näher beleuchten sollen. Hierunter besonders empfehlenswert ist ein FAZ-Artikel von Heinrich Böll aus dem Jahre 1975, in welchem dieser seine Beziehung zu Jünger beschreibt.
Wer sich für einen der benannten Autoren oder auch nur ganz allgemein für die politische Publizistik der Weimarer Zeit interessiert, für den ist www.godenholm.de ein echtes Goldkorn im Informationswust des Internets und auf jeden Fall einen oder zwei mehrstündige Besuche wert.
„Das ist rechter Mist”
24. Mai 2009 § 0 - von Martin J.G. Böcker
Über den Wunsch nach kontrafaktisch idealen Sprechsituationen
Vor einigen Tagen durfte ich gemeinsam mit meiner Frau ein wirklich gutes Konzert erleben. Eine durchaus talentierte Band kombinierte Geige und Cello mit Gitarre und Schlagzeug, sogar die Texte waren ganz nett. Anders gewendet: Ich fand’s toll. Also sprach ich den sympathischen Frontmann an, um ihn um ein Interview für das Online-Magazin „Das Gespräch” zu bitten. Vielleicht hat er sich über die willkommene PR gefreut, vielleicht wollte er auch einfach nur nett sein. Jedenfalls willigte er ein, wir hatten einen Termin gefunden, Details wollten wir dann per E-Mail klären.
Der Zusammenhang mit der Blauen Narzisse
So weit, so gut. Ich bestätigte meine Interview-Anfrage noch mal mit elektronischer Post und nach drei Tagen erreicht mich eine Nachricht, die offensichtlich nicht an mich gerichtet war. Eines der Bandmitglieder war wohl unkonzentriert und hat die Nachricht nicht an seine Kollegen, sondern an mich geschickt.
„AUFPASSEN!!!!!” [sic!] heißt es da, „’Das Gespräch’ hängt irgendwie mit ‚Blaue Narzisse’ zusammen”. Offensichtlich hatten sie sich über das Online-Magazin unterhalten, denn weiter hieß es, dass ein anderes Bandmitglied schon Recht habe, das sei „rechter Mist”. Dann wundert sich der zerstreute Verfasser darüber, dass die Band in den letzten Tagen schon zwei Interview-Anfragen von „rechtsorientierten Internetseiten” bekommen habe. Diese Anfragen erweckten in ihm die Sorge, vielleicht auch den Verdacht, dass man der Gruppe womöglich eine negative Presse anhängen wollte
Norm – Verstoß – Sanktion
Nach dem ersten Durchlesen war ich zunächst stellvertretend für den unkonzentrierten Verfasser dieser E-Mail peinlich berührt, Stichwort „Fremdschämen”. Aber das kann ja nicht alles sein. Ganz offensichtlich bewegt sich der gute Mann sich in einer Lebenswelt, in der ein Kontakt zur Blauen Narzisse einen Normverstoß darstellt, den er -quasi als mildestes Mittel- mit Ignorieren und Nichtachtung zu sanktionieren gedenkt.
Ich habe auf die E-Mail, die ja nicht an mich gerichtet war, reagiert. Es kam zu einem überraschend freundlichen Austausch von Standpunkten, schlussendlich dann aber zu einer endgültigen Absage des Gesprächs. Dieser Typ war weder unreflektiert, noch gemein, geschweige denn ein politischer Aktivist. Aber kaum hat er Lunte gerochen, schon ergreifen zwei übermächtige Instinkte die Gewalt über sein Denken: Die Abneigung gegen alles, was rechts ist, und dann -wahrscheinlich noch viel stärker- die Angst, mit dem, was rechts ist, in Verbindung gebracht zu werden.
Das ist schade. Dabei wollte ich wirklich nur reden. In mir tobt der Wunsch nach Diskurs und Herstellung von kontrafaktisch idealen Sprechsituationen. Der zwanglose Zwang des besseren Arguments kann nur ausgeübt werden, wenn man sich den Gesprächen stellt.
An dieser Stelle möchte ich ganz herzlich Jürgen Habermas grüßen.
Seit gestern thematisiert “Das Gespräch” übrigens das, was es eigentlich will.
Die “Freien Wähler” werden zur “Partei der Mitte”
7. April 2009 § 0 - von Martin J.G. Böcker
Sie schließen “von rechts unterwanderte” Landesverbände aus und verlieren so ihren Charakter als Alternative zur Union
Wenn die Lokalpolitiker auf der großen Bundesbühne mitspielen wollen, dann müssen sie mit den Wölfen heulen. Man kann kommunal noch so gute Arbeit leisten, landes- oder sogar bundesweit muss man sein Profil finden. In diesem Falle: Gar keins.
Ein ausgeprägter Pluralismus ist auf Kommunalebene noch zu verkraften, weil es dort nur um konkret-praktische Fragen geht. Auf Bundesebene reicht jedoch ein machtkalkulierter Hinweis der CSU auf “rechte Tendenzen” und schon ist der Tiger “Freie Wähler” zahnlos. Ein Landesverband tritt aus, andere werden ausgeschlossen. Basta. So einfach ist die Union einen Gegner los. Erstens, weil sie jetzt mit sich selbst beschäftigt sind. Zweitens: Weil die konservative Alternative sich jetzt selber rundlutscht. Herzlichen Glückwunsch!
