Erik Lehnert im Gespräch » Den ganzen Beitrag lesen.«
“Ich bin relativ allergisch, was das Bemühen des Staates betrifft, über mich zu bestimmen.”
14. November 2009 § 1 - von Martin J.G. Böcker
Die taz und die Bundeswehr
21. Juli 2009 § 0 - von Felix Springer
Die Berliner Tageszeitung „taz” (übrigens die siebentgrößte überregionale Tageszeitung der Republik) gibt sich hier alle Mühe, die Bundeswehr wie einen verblödeten, bösartigen Söldner- und Räuberhaufen aussehen zu lassen und befragt dazu den 21jährigen Rekruten Sascha Pyritz, der gestern am 20. Juli gemeinsam mit rund 400 seiner Kameraden vor dem Reichstag gelobte, das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.
Das von einer gewissen Plutonia Plarre geführte Interview beginnt zunächst mit der ungläubigen Frage: „ … Warum treten Sie den neunmonatigen Grundwehrdienst an?” Scheinbar scheint es der Fragenden gänzlich unverständlich, dass sich jemand wachen Sinnes einer so perversen Sache wie der Verteidigung des eigenen Volkes widmet. Ein Lehrbuchbeispiel für tenzendiöse Fragestellung und für Journalismus, der nicht informieren, sondern Politik machen will.
Umso größer mein Respekt für den souverän formulierenden Rekruten, der sich da von links mit Mist beschmissen sieht und trotzdem die Nerven behält – wann liest man schon mal in der „taz” von Pflichtbewusstsein und Kameradschaft?
Gewissermaßen als Kontrast zum Rekruteninterview erschien am selben Tag in der „taz” hier ein Gespräch mit einem „Gelöbnis-Gegner”; Martin Frings, 25, Krankenpfleger aus Neukölln, legt dar, warum er das öffentliche Gelöbnis als „militärische Propaganda-Veranstaltung” nicht dulden will. Er hat auch schon viel über Militärputsche in Lateinamerika gelesen: „Besonders die Niederschlagung der Demokratie durch das Militär in Chile hatte mich mitgenommen.” Der arme Kerl konnte seine Tränenkrämpfe bestimmt nur unter Aufbietung aller Kräfte für dieses Gespräch unterbrechen. Das Argument, die Bundeswehr leiste auch humanitäre Hilfe ist für ihn schnell widerlegt: „Ja, ja, die Bundeswehr als bewaffneter Sozialhelfer, der weltweit fürs Gute kämpft. So wollen sie sich gerne inszenieren. Es gab schon immer schöne Begründungen für das Töten. Genau das will ich nicht zulassen.” Stattdessen fordert er eine „Globalisierung der Solidarität”, damit sich niemand mehr bedroht fühlen müsste. Dann könne man die Bundeswehr endlich abschaffen.
Da bin ich aber wirklich froh, dass wenigstens Martin Frings aus Neukölln noch auf der Seite des Guten steht.
Verweise:
Gespräch mit Sascha Pyritz
Gespräch mit Martin Frings
“Vieles ist nicht so, wie wir es uns wünschen…”
13. Mai 2009 § 0 - von Martin J.G. Böcker
“…und es ist ganz gewiss nicht so, wie es sich die Verfassung vorstellt.” (Prof. Dr. Menno Aden)
Was hat er damit gemeint? Vielleicht das:
Die Vortragsveranstaltung “Berliner Kolleg” des Instituts für Staatspolitik musste in einer alten Fabrikhalle stattfinden, weil die Vermieter der ursprünglich vorgesehen Versammlungsorte durch linksradikale bis linksextreme Anrufer eingeschüchtert wurde. Reaktionen der Veranstalter hier, Reaktionen von Beteiligten hier.
Oder das?
Verdi fordert Amazon auf, Bücher des NPD-Verlags “Deutsche Stimme” aus dem Sortiment zu nehmen. Bis dahin animiert die Gewerkschaft zum Boykott. Unnützerweise nebenbei bemerkt: Die NPD ist nicht verboten, die Bücher sind nicht verboten. Was erlauben Verdi?
Oder etwa das?
Die FAZ skandalisiert den Literatur-Kanon “Daten deutscher Dichtung” des Deutschen Taschenbuch-Verlages. DTB nimmt ihn unverzüglich aus dem Programm. Pikant: Der Journalist möchte die 97jährige Verfasserin des Kanons, Elisabeth Frenzel, zu dem Buch verhören. Noch mal schnell ne alte Frau auf’s Korn nehmen. Für die Gerechtigkeit. Und für die Story. Interessante Reaktion hier. Den Kanon kann man übrigens hier kaufen.
Ach… scheiß auf Meinungsfreiheit. Mir ist langweilig. Gib mir’n Bier.
Broder: “Sie sind die Fa!”
5. Mai 2009 § 3 - von Felix Springer
Kirill Jermak, 21 Jahre alt, Politiker der Linkspartei in Berlin meldete unter dem Motto “Kapitalismus ist Krieg und Krise” die Demonstration an, während welcher es am 1.Mai in Berlin zu bürgerkriegsähnlichen Szenen kam. Nun begibt er sich ins Fernsehen und diskutiert mit Hendryk M. Broder. Dieser nimmt auch kein Blatt vor den Mund und vergleicht die Antifaschisten von heute mit der SA von gestern, und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Jermak aber tritt selbstbewusst auf und behauptet, viele Polizisten würden sich ihre Verletzungen auch selbst zufügen, um die Demonstration nachträglich in Verruf bringen zu können (kein Scherz!). Ich wünschte, man hätte den jungen Mann ein wenig mehr zu Wort kommen lassen – sicher hätte er uns noch mehr Einblicke in seine antifaschistische Gedankenwelt gewährt. Lohnenswerte und nie langweilige 25 Minuten, die gegen Ende sogar immer besser werden.
Pro-Reli verliert die Abstimmung
27. April 2009 § 0 - von Martin J.G. Böcker
Die Chancen der Abstimmungsniederlage
Spontaner Gedanke: Schade. Die Änderung des Berliner Schulsystems in der Frage des Religionsunterrichtes wäre ein schönes Zeichen gewesen. Leider hat’s nicht sollen sein, die Berliner haben sich dagegen entschieden.
In Anbetracht der abgegebenen Stimmen war es ein recht deutliches Ergebnis: Nur 14,2 Prozent der Stimmberechtigten wollten einen bekenntnisbezogenen Unterricht. Wobei deutlich gesagt werden muss, dass es auch nicht viel mehr waren, die dagegen gestimmt haben. Die großen Wahlentscheider waren die desinteressierten und unentschlossenen Nichtwähler.
Aber wie schade ist diese Abstimmungsniederlage jetzt tatsächlich? » Den ganzen Beitrag lesen.«
Lesenswerter Kommentar in der WELT
26. April 2009 § 0 - von Martin J.G. Böcker
Matthias Heine, Journalist bei der WELT, kotzt in diesem Kommentar wunderbar lesenswert über das linksliberale Establishment ab. Hier ein paar Highlights: » Den ganzen Beitrag lesen.«
