Nebenbei bemerkt: Protesklo-Bürokratie in Dresden

19. April 2009 § 0 - von Martin J.G. Böcker

Der Schauspieler und die Bürokraten
Uwe Steimle dürfte dem ein oder anderen Zuschauer des öffentlich-rechtlichen Fernsehens als Polizeihauptkommissar Jens Hinrichs bekannt sein. In Dresden macht der Kabarettist und Schauspieler nun mit einem ominösen Protesklo von sich reden. Der Protest richtet sich gegen die Neigungen des Stadtrats, Dresden zu verbauen.

Die mit Stiefmütterchen bepflanzte “Installation”, wie die Behörde die Toilettenschüssel nennt, stand erst auf dem Postplatz, dann auf dem Altmarkt. Weil Steimle den Pott dort unbeaufsichtigt ließ, stellte die Stadt Dresden das Klo sicher. Steimle gibt jedoch an, nicht der rechtmäßige Besitzer zu sein. Deswegen nimmt die Stadt die Porzellanschüssel für sechs Monate in Gewahrsam – so sind die Vorschriften. Auskünfte über das Protestklo dürfen sie nicht machen. Ist ja ein laufendes Ordnungswidrigkeitenverfahren.

Deutschlands Bürokraten sind gut bezahlt, hervorragend ausgebildet, korrekt und ehrlich. Also unbestechlich, sowohl gegen monetäre Werte, als auch gegen Meinungsdruck. Wenn es dann diesen Hauch von Lächerlichkeit erhält, dann zeigt das doch nur die Konsequenz der Verwalter. Deutsche Normen schaffen Erwartungs- und damit Verhaltenssicherheit. Und das ist gut so.

(Bild: Wikipedia-Nutzer Lumu)

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