Bemerkungen zum CSD 2010 in Berlin
An vergangenem Samstag celebrierten in Berlin einmal mehr, wie jedes Jahr in zahlreichen Städten, hundert Tausende für die politische Emanzipation der Homosexuellen in Gesellschaft und Politik (http://www.spiegel.de/thema/christopher_street_day).
Ob schwul, lesbisch oder transgender – “Normal ist anders”! Wie recht die Veranstalter mit diesem Motto hatten, zeigt ein Blick auf die Skurrilitäten der vertretenden Zerrbilder homosexuell Emanzipierter. Weder geht es dabei um die heutige Selbstverständlichkeit, homosexuell zu leben, noch um eine bloße “große und wilde Party”, wie sie der langjährigen Love-Parade unterstellt werden konnte. Stattdessen ist jeder CSD ein zutiefst politischer Akt.
Überlebenswille einer Gesellschaft?
Aus konservativer Perspektive wäre zu fragen, ob die Veranstaltungen der CSDs ein Signum des zerfallenden Abendlandes darstellen. Doch viel mehr müsste bereits aus überlebenstaktischer Perspektive die praktizierte Homosexualität – auch als Eros besonderer Männlichkeit – ethisch hinterfragt werden, da kein homosexuell Lebender einen unmittelbaren Beitrag für die Fortpflanzung der Gesellschaf leistet. Diese Einsicht veranlasste schon Platon zu seiner Heiratsforderung, die sich gerade nicht auf irgendwelche Homo”Ehen” bezog.
Wo aber der Überlebenswille einer Gesellschaft nicht mehr herrscht und dazu führt, die Homosexualität als Eros zu verteidigen oder gar für grundlegend unproblematisch zu halten, da wirkt der Verfall nachhaltig und wird zu einer Pathologie der Moderne. Genau aus diesem Grunde werden Äußerungen christlicher Gruppen über Therapiemöglichkeiten als Ketzerei am Toleranzgedanken verurteilt, werden alltägliche Aversionen sogar rechtlich kriminalisiert. Man täusche sich nicht: Es geht bei solcher Kritik nicht um homosexuelle Menschen, welche auch die Kirche gegen persönliche Anfeindungen in Schutz nimmt (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 2358). Es geht um den ethischen Umgang der Gesellschaft mit ihrem verstörten Überlebenswillen, den der CSD qua Existenz verneint.
Politisierung der Sexualität
Verblüffend, wie die allgemeine Lebenspraxis von dieser öffentlichen Schaustellung der Sexualität abweicht, die doch zum intimsten Bereich des Menschseins zählt. Selbst derjenige nicht, der im homosexuellen Leben keine Sünde im theologischen Wortsinne mehr erkennt, würde solcher Lebensgestaltung gemeinhin Normalität zugestehen; in direkter Konfrontation von Hetero- und Homosexuellen äußert sich diese natürliche Abneigung affektiv. Das Wissen um diese authentischen Aversionen macht das Bürgertum zur Hassfigur der Homosexuellenlobby, welche sie wiederum auf die Straße treibt – und das Unnormale glorifizieren lässt. Politisch soll mit Veranstaltungen wie dem CSD das natürliche Unwohlsein gelöst und das Andere zur Normalität deklariert werden; typisch links: nämlich an der Wirklichkeit der Biologie und des sittlichen Bewusstseins vorbei.
Wer dies Unwohlsein jedoch als instinktives Überlebensbewusstsein versteht, das politisch bereits erstorben scheint und bloß noch rudimentär in unaufgeklärten Kreisen, nahezu vegetativ gegen die große Pathologie des Abnormen steht, der wird es nicht verurteilen können. Der allem Schwulen entgegengebrachte Ekel resultiert schließlich aus dem instinktiven Wissen, dass die Umkehrung des Normalen nicht mehr bloß Verfallserscheinung sondern bereits Untergang bedeutet. Es ist in dieser Interpretation “Zeichen” des Verfalls, wie es schon Paulus in der Heiligen Schrift ausformuliert (Röm 1,18-32). Von daher darf die ethisch richtige Reaktion der Homosexuellen nicht in einer politischen Diffamierung dieser Affekte münden, sondern in einer vorbildhaften Lebensführung, die eben – ähnlich dem ehelosem Priestertum! – sich für die politische Gemeinschaft in Dienst stellen lässt. Durch derartig selbstbewusstes “Schwulsein” verliert sich auf Dauer auch der Grund für jede begründete Abneigung; von wenigen traurigen Ausnahmen freilich abgesehen.

Für Facebook-Nutzer… es gibt eine spannende Diskussion zum obigen Artikel, dessen Lektüre ich bis zum Schluss empfehle:
http://www.facebook.com/martinboecker?v=wall&story_fbid=129809177053439
(Ich bin zwar kein Germanist, aber das “dessen” könnte sich auf die Diskussion UND auf den Artikel beziehen, oder? Egal. Denn: Beides wäre zutreffend.
Und nochmal ich. Bischof Overbeck über seine kritisierten Äußerungen zum Thema Homosexualität bei Anne Will:
http://www.domradio.de/aktuell/65121/wir-muessen-fuer-unsere-ueberzeugungen-kaempfen.html
Das Relativpronomen DESSEN tritt an die Stelle des Maskulin und Neutrum Singular.
Der Artikel, dessen Inhalt ich jetzt nicht bewerten möchte…
Das Relativpronomen DEREN tritt an die Stelle des Femininen und der Pluralform.
Die Diskussion, deren Teilnehmer…
Ja… macht Sinn.