Wieder einmal macht sich tagesschau.de, der öffentlich-rechtliche Pranger für Verbrechen gegen die politische Korrektheit, zum Steigbügelhalter absurdester Vorwürfe. Das neueste Opfer: Erika Steinbach.
Ein störrisches Kind sei sie, so der aktuelle Kommentar. Verstockt, verbohrt und die deutsch-polnischen Beziehungen auf eine harte Probe stellend sind Attribute, mit denen Steinbach in dem auf Objektivität so wert legenden Magazin des öffentlich-rechtlichen Fernsehens seit Tagen portraitiert wird.
Ließe man einen Studenten der Medienwissenschaften oder Linguistik die Meldungen über Steinbach analysieren, das Ergebnis wäre eindeutig. Natürlich wird die Kritik strikt als Meinung und Position anderer kaschiert. Doch Meinungen findet man wie Sand am Meer, im Zweifel muss nur lange genug gesucht werden. Im Redaktionsalltag nennt sich das: Recherche. Ein komparativer Blick verriete: dies ist die tendenziöse Position der tagesschau Redaktion, die schon vorher feststeht. Zu verkrampft, so der bleibende Eindruck, wird die Selbstverständlichkeit des BdV auf Selbstbestimmung referiert – und dadurch zur Anmaßung stilisiert.
Beispielsweise der halbstündige VideoChat, in dem sich die Frankfurter Abgeordnete, von der Negativzeichnung unbeeindruckt, den Zuschauerfragen stellte; die hübsche Moderatorin versuchte vergeblich, die verdiente Abgeordnete als verknöchert und revanchistisch hinzustellen. Doch für solche Fallen ist die intelligente Steinbach letztlich viel zu souverän, wirkt dadurch auch staatsmännischer als manches Mitglied der Regierung Merkel. Männer: Nehmt Euch ein Beispiel!
Auf solche Einseitigkeiten hingewiesen, reagierte eine nette Stimme der tagesschau.de Redaktion am Telefon mit der Bitte, die Problematik doch schriftlich (oder per Mail) zu äußern. Eine Diskussion darüber im Redaktionsalltag sei schlicht kaum immer möglich. Sie wird den Internetverweis dieses Kurzkommentars zugeschickt bekommen … die Antwort wird veröffentlicht, sobald sie eintrifft.
Anmerkung der Red.:
Es ist unüblich zwei Artikel zu einem Thema aufeinander folgen zu lassen. Zwei Kommentare aber gehören eindeutig zu den Seltenheiten. Die Angemessenheit folgt bei diesem Thema aus der Repräsentanz: Der Fall Steinbach illustriert auf beste Weise, wie in der Bundesrepublik Politik funktioniert. Insofern schien es angebracht, einen Nachtrag über den medialen Umgang der Sachkritik über die Frage der Souveränität folgen zu lassen. lak

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