“Ich bin relativ allergisch, was das Bemühen des Staates betrifft, über mich zu bestimmen.”

14. November 2009 § 1 - von Martin J.G. Böcker

Erik Lehnert im Gespräch

Ich treffe Dr. Erik Lehnert, den Vorsitzenden des Instituts für Staatspolitik, an einem Samstagnachmittag im Haus der Burschenschaft Danubia in München. Der Verlag Edition-Antaios veranstaltet heute den Fernau-Abend bei den Danuben.  Daher unterhalten wir uns gleich hier, in einem Raum, der wie eine Kneipe aussieht.

In einem recht verschwörungstheoretischen Artikel kann man über ihn lesen, dass er als umgänglich, witzig und nett beschrieben wird. Stimmt auch. Ist er. Offen und ehrlich könnte man noch hinzufügen. Der verheiratete Familienvater berichtet über die Pläne des IfS und beschreibt die Lage der Neuen Rechten.

Letzteres ohne Weinerlichkeit und: Ohne sie zu schonen.

Wo waren Sie denn Mai 2000, als das Institut für Staatspolitik (IfS) und die Edition Antaios gegründet wurden?

Da war ich an der Humboldt-Universität in Berlin und habe studiert. Damals hatte ich noch keinen Kontakt zu Götz Kubitschek und Karlheinz Weißmann, von dem ich aber schon einiges gelesen hatte. Götz Kubitschek habe ich 2001 bei einem Berliner Kolleg kennengelernt. Eine Zusammenarbeit ergab sich zunächst durch seinen Verlag Edition Antaios, in dem ich dann eine Einführung zu Gerhard Nebel veröffentlichte.

Und wie sind Sie auf die Idee gekommen, den Vorsitz beim IfS zu übernehmen?

Das hat sich im Laufe der Zeit ergeben. Ich bin nach der Promotion direkt bei Antaios als Lektor eingestiegen und habe dann auch bald bei der Sezession als Redakteur mitgearbeitet. Irgendwann war es notwendig, die Verantwortung und Arbeit in Verlag, Institut und Sezession auf mehrere Schultern zu verteilen. Und da ich zurück nach Berlin wollte, habe ich gemeinsam mit Karlheinz Weißmann die Leitung des IfS übernommen.

Sie sprachen von Berlin. Wo hat das IfS jetzt eigentlich seinen Sitz?

Zunächst weiterhin in Schnellroda. Dort hat auch die Sekretärin ihre Stelle, die in organisatorischer Hinsicht viel zuarbeitet. Aber langfristig ist es so, dass wir in Berlin mehr wollen als ein kleines Büro. Das hängt auch mit einer strategischen Entscheidung zusammen. In fast jeder anderen Großstadt Deutschlands, sei es Hamburg, Köln, München oder Frankfurt, kriegen wir ohne Probleme einen Raum, um ein Kolleg abzuhalten. In Berlin ist das mittlerweile kaum noch möglich. Deswegen müssen wir uns gerade in Berlin festsetzen. Also schauen wir mal, ob wir dort eine Immobilie erwerben können.

Eine Immobilie ist ja auch nicht gerade günstig.

Nein. Das ist eine Sache, die langfristig geplant wird und nicht zuletzt von der Bereitschaft unserer Förderer abhängt, das mitzutragen. Es müssen viele glückliche Umstände zusammenkommen, damit es dann passt. Es muss die Finanzierung stehen, vor allem aber das Nutzungskonzept. Wir können ja keine Immobilie kaufen, um da zweimal im Jahr ein Kolleg abzuhalten. Sondern da muss eine Bibliothek rein, Büros, Tagungsräume und so weiter. Das Ding muss mit Leben gefüllt werden.

Und an was für einen Zeitraum denken Sie da?

Das sollte in den nächsten fünf Jahren über die Bühne gehen. Wir haben schon einmal mit dem Gedanken gespielt, das in Mitteldeutschland zu machen. Dort wäre es natürlich wesentlich einfacher möglich, weil der finanzielle Aufwand nicht so groß ist. Aber man muss da realistisch sein und sehen, dass es dort keine „Laufkundschaft“ geben würde. Und solch ein Rückzug in die Provinz wäre das falsche Signal, also muss es schon hauptstädtisch werden.

Was hat sich verändert, seitdem Sie das IfS übernommen haben?

Wir haben die Spannung zwischen dem Aktionismus (durch die konservativ-subversiven Aktionen) und der Bildungsarbeit gelöst. Die Hauptaufgabe des IfS ist die Bildungsarbeit für junge Leute und das, was man als think tank bezeichnet, das heißt, die wissenschaftliche Arbeit, um bestimmte Debatten anzustoßen oder aufzunehmen. Eine große Wirkung in dieser Richtung verspreche ich mir von unserem Begriffslexikon, das Karlheinz Weißmann verfasst hat und das im Dezember erscheint. Weiterhin haben wir endlich das collegium dextrum verwirklicht. Wir führen noch dieses Jahr drei Sitzungen durch, wo wir zwölf ausgewählten jungen Leuten Kernthemen zur politischen Auseinandersetzung vermitteln.

Also sind Sie – so gesehen – weniger aktionistisch als z.B. Götz Kubitschek.

Ja, ich bin ein ganz anderer Typ.

Der intellektuelle Typ?

Ich glaube schon. Die Bedingung dafür, dass ich das IfS übernommen habe, war die, dass wir Grundlagenarbeit machen können. Da liegt auch der Grund, warum wir dezidiert nicht parteipolitisch sind. Es gibt oft Diskussionen, ob das, was wir machen, überhaupt noch politisch ist, weil nicht wenige Politik mit Parteiarbeit gleichsetzen. Natürlich ist die Erziehungs- und Bildungsarbeit, die wir machen, eminent politisch. Aber eben nicht parteipolitisch, was ja nur eine Schwundstufe von Politik ist. Insofern geht es uns um das Ganze.

Was genau muss ich mir dann unter dem collegium dextrum vorstellen?

Das ist eine Art politische Grundlagenausbildung. Hans-Joachim Schoeps hat das mal als collegium politicum bezeichnet. Schoeps war ein bündisch geprägter Preuße, der als Jude deutschnational gesinnt war und dennoch irgendwann ins Exil mußte. Als er nach 1945 zurückkam, war er einer der profiliertesten konservativen Denker. Seine Grundfrage war: Wie ist Elite in einer Massengesellschaft möglich? Ein wichtiger Punkt war ihm dabei die Erziehung. Die wollte er durch eine Charakterschulung und dieses collegium politicum, bei dem ausgewählte junge Leute zum politischen Handeln erzogen werden, gewährleistet sehen. Unter Politik verstand er die bewusste Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen. Bei uns heißt das ganz konkret, dass wir zu drei Grundthemen jeweils ein Wochenende veranstalten werden. Zunächst „Weltanschauung“, da wird es um Perspektiven von Links über Mitte bis Rechts gehen, dann „Realien“, also um die Natur und den Menschen, was er biologisch, philosophisch und politisch bedeutet, und schließlich das „Leben des Geistes“, wie es sich in Religion, Kultur, Technik und Wirtschaft darstellt. Die Teilnehmer bekommen vorher eine Textsammlung zugeschickt, die dann die Grundlage für das Seminar bildet. Wir laden solche Leute ein, die eine begründete Hoffnung in uns geweckt haben.

Und was meinen Sie mit „Hoffnung in Ihnen wecken“?

Eine begründete Hoffnung, dass sie solcherlei Lektionen nicht vergessen werden. Da gibt es den einen oder anderen Aspiranten, der dafür in Frage kommt, auch ein paar Leute bei der Blauen Narzisse zum Beispiel. Das heißt nicht, dass sie gleich eine Partei gründen oder eine konservativ-subversive Aktion machen müssen. Sie sollen das Gelernte nur beherzigen und in unserem Sinne förderlich für die Gemeinschaft sein.

Also geht es nicht mehr um Gegenöffentlichkeit, sondern um Gegenelite?

Es geht uns nicht nur um Gegenöffentlichkeit, die für sich allein virtuell und manipulierbar bleibt. Meines Erachtens gibt es bei der veröffentlichten Meinung, auch der eigenen, einen gewissen Punkt, an dem man gezwungen ist, seine Position zurückzunehmen, um wahrgenommen zu werden. An diesem Punkt steht irgendwann jeder, der nicht völlig erfolglos bleiben will. Und dann stellt sich die Frage, was man damit noch erreicht. Ich will das gar nicht kleinreden, Gegenöffentlichkeit ist notwendig und jeder Schritt in diese Richtung ist zu begrüßen. Aber ich verspreche mir ehrlich gesagt mehr von einer Persönlichkeit, die ihren Platz im Leben vorbildlich und wahrnehmbar ausfüllt.

Sie wollen also Vorbilder schaffen.

Unsere Leute sollen eine Vorbildfunktion einnehmen, so wie man das von einer Elite auch erwarten kann. Es ist klar, dass Elite für uns heute nicht bedeuten kann, an den Schalthebeln der Macht zu sitzen. Wir müssen vermitteln, dass Elite immer eine Askeseforderung an sich selbst bedeutet, wie Gehlen das einmal formulierte.

Ein collegium dextrum und Elitenbildung lösen sicher bestimmte Ängste in solchen Leuten aus, die ohnehin gegen „Rechts“ kämpfen, sich vielleicht sogar vor rechtem Einfluss fürchten.

Die Befürchtungen sind zum jetzigen Zeitpunkt in der Sache ja offensichtlich unbegründet. Ihr Zweck besteht vor allem darin, eine gewisse Binnendynamik innerhalb der Linken zu erzeugen und den Antifa-Reflex nicht erlahmen zu lassen. Wenn die nicht mehr sagen können, dort draußen steht der altböse Feind, dann gehen denen die Leute von der Fahne und die Alimentierung des Antirechtskampfes steht auch auf dem Spiel.

Vielleicht ist die Angst ja doch berechtigt. Einfach in dem Sinne, dass Sie dadurch über kurz oder lang an Einfluss gewinnen.

Die besseren Leute auf der anderen Seite ahnen das zumindest. Wir sind derzeit relativ stigmatisiert, das kann man sagen, ohne irgendwie larmoyant zu sein. Es kommen aber wieder andere Zeiten, in denen nicht mehr der Individualismus zählt, sondern die Gemeinschaft, bis das dann wieder übertrieben wird.

Ab wann wäre es denn übertrieben?

Da ich die DDR erlebt habe, bin ich relativ allergisch, was das Bemühen des Staates betrifft, über mich zu bestimmen. Das gebe ich offen zu. Deshalb ist das Reden vom Gemeinschaftsgedanken natürlich nicht so gemeint, dass ich bereit wäre, jegliche Individualität dafür aufzugeben. Die Grenzen sind da fließend. Und ich weiß, dass das ein Spiel mit dem Feuer ist. Denn wenn man sich einmal vorstellt, man wäre in einer bestimmenden Position, dann muss man sich ehrlich fragen, ob man wirklich so großartig oder naiv wäre, jede Art von Freiheit zu gewähren, die wir heute für uns vermissen. Aber dafür gibt es einfach keine Formel.

Wären Sie in einer rechten Hegemonie gegenüber Linken toleranter?

Aus der unterlegenen Position ist es schwierig, dazu Stellung zu beziehen, weil in der Position der Macht Mechanismen greifen, die unhintergehbar sind. Sie dienen dem Machterhalt, für den man in unserer Lage zwar Verständnis aufbringen kann, ihn gleichzeitig aber in Frage stellen muss. An diesem Punkt müssen wir uns aber genau verstehen: Wir kämpfen ja nicht gegen den Staat, sondern wir kämpfen gegen eine moralinsaure Zivilgesellschaft, die jegliche Regung am rechten Rand unterdrückt. Das tut ja nicht der Staat. Der Einzige, der uns in dieser Situation noch schützen kann, ist ja der Staat.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie in einem Staat leben, dem Sie guten Gewissens dienen können? Der Konservative will doch einem Staat dienen.

Das ist unser Dilemma. Dass wir für den Staat sind und ihn doch in seinen Äußerungen oftmals ablehnen müssen. Weil er korrupt handelt, parteipolitisch okkupiert ist und nicht eine Staatsmoral, sondern eine Hausmoral vertritt, die ihn schwächt.

Ja. Im Moment haben Sie als Konservativer das Glück, dass Sie rebellisch sein können. Aber wenn dann tatsächlich das Verhältnis Gemeinschaft-Individuum das erwünschte Maß erreicht, dann muss man ja auch als konservativer Rebell wieder einige Meinungen zurücknehmen. Und die Binnenpluralität bei den Rechten scheint ja sehr ausgeprägt zu sein.

Sie meinen die Binnenpluralität bei uns?

Ja, genau.

Wo wird denn bei uns lebhaft diskutiert? Wenn sie sich mal das ganze Spektrum anschauen, dann ist das ja in sich recht konformistisch. Innerhalb eines bestimmten Kreises, den man früher als Neue Rechte bezeichnen konnte – jetzt hat sich das ja auch auseinanderdividiert –, ist eigentlich kein so wahnsinnig großer Pluralismus vorhanden. Was es gibt, sind reflexartige Abgrenzungen, die manchmal inhaltlich begründet sind, meistens aber rein taktisch die Außenwirkung im Auge haben. Das haben wir immer als Mangel empfunden. Deswegen haben wir jetzt in der Sezession einfach mal einen Schritt nach außen gemacht. Götz Kubitschek hat etwas über „Wahrnehmungselite“ geschrieben und ich habe ihm darauf geantwortet.

Sie haben sich jetzt quasi künstlich auseinandergesetzt?

Künstlich hieße, dass wir uns ein Problem konstruiert hätten. Das ist aber nicht der Fall. Es ging dabei um die Frage, was heute für uns, mit all dem Wissen um die mangelnde Steuerbarkeit von politischen Prozessen, noch möglich ist. Damit muss man sich auseinandersetzen und dazu kann es unterschiedliche Positionen geben. Und die müssen auf den Tisch, sonst kommen wir da nicht weiter. Das Schlimme ist, dass der Druck von außen nicht wirkungslos bleibt. Wenn man sich in unserem Lager manch publizistische Äußerung anschaut: Das hat manchmal etwas Sektenhaftes. Und das ist extrem ungesund, das muss man aufbrechen. Dazu braucht man dann einen Resonanzkörper, der ein bisschen größer ist, als die Summe der eigenen Leute. Sonst verhungert man am langen Arm, auch intellektuell.

Das ist vielleicht eine Art Teufelskreis?

Natürlich. Da ist die Linke klar im Vorteil. Die haben diesen großen Pluralismus wirklich. Und selbst wenn der eine Trotzkist ist und der andere Sozialdemokrat, die würden immer sagen: „Du bist auch ein Linker.“ Bei uns laufen Auseinandersetzungen eher persönlich ab, bis man nicht mehr miteinander reden kann. Wie gesagt, man kennt das aus Sekten.

Angriffe von links nach rechts können mitunter auch sehr persönlich werden. Ich denke da an den Artikel von Friedrich Burschel in der konkret. Dort wurden private, diffamierende und auch beleidigende Dinge über Sie berichtet.

Ich halte es im Grunde genommen für legitim, dass der Feind so etwas schreibt, von mir aus auch polemisch zugespitzt. Es gibt in diesem Artikel aber ein paar Stellen, an denen eine Grenze überschritten wurde, in denen man mich in Bezug auf meinen Wohnort diffamiert hat. Das ist unsauber. Da merkt man, dass es den Leuten nicht nur um die politische Auseinandersetzung geht, sondern um moralische Diffamierung und gesellschaftliche Stigmatisierung. Sloterdijk sprach vom „sozialen Tod“, der bei solchen Kampagnen billigend in Kauf genommen wird. Damit ist dann für viele Leute das Gespräch beendet. Nur die wenigsten sind so mündig, dass sie nachfragen oder sich selbst ein Bild machen. Und darauf spekulieren Leute wie Burschel, die sonst die Mündigkeit des Bürgers für eine Tatsache halten.

Burschel beschreibt Sie als „nett, umgänglich, witzig“. Trotzdem scheint er ja eine tiefe Abneigung gegen Sie zu haben. Wie erklären Sie sich das?

Das ist sein Beruf. Der hat früher beim Bayerischen Jugendring die „Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus“ geleitet und ist jetzt bei der „Akademie für politische Bildung“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung wieder für Rechtsextremismus zuständig. Das heißt, der macht nichts anderes, als solche Artikel zu schreiben. Dass er diese positiven Eigenschaften da rein schreibt, hat einen einfachen Grund. Er will damit sagen: „Leute, seid wachsam, auch nette Menschen können böse sein. Traut Eurem eigenen Eindruck nicht, durchschaut die Maskerade.“ Und er will damit ganz bescheiden darauf verweisen, dass er, der tolle Burschel, nicht auf mich hereingefallen ist. Deshalb ist seine Arbeit so unglaublich wichtig und muss weiterhin schön alimentiert werden. In einem Streit habe ich mal eine Frau gebeten, die mir vorwarf ein böser Nazi zu sein, mir einen Text von mir zu zeigen, in dem ich mich entsprechend äußern würde. Darauf hat sie gesagt: „Nein, das kann ich nicht. Du bist viel zu geschickt dafür, Deine wahren Gedanken zu äußern.“ Was soll man da noch sagen?

Erwarten Sie jetzt eine Antwort von mir?

Nein.

Gut. Haben Sie sich eigentlich eine akademische Laufbahn gewünscht?

Ja, ich bin immer noch der Meinung, dass das universitäre Lehren und Forschen eine der schönsten Aufgaben ist.

Hat Ihnen dabei das Rechtssein geschadet?

Ich weiß es nicht. Es so pauschal zu sagen, ist zu billig. Ich weiß, dass viele solche Erfahrungen gemacht haben. Ich kenne aber auch viele Leute, die schon mit ihrem Magister hadern. Und dann behaupten, dass sie das nicht fertigkriegen, weil angeblich alle Professoren links sind. Das halte ich für eine Schutzbehauptung. Bis zum Magister und bis zum Doktor gibt es doch ziemlich viele Stellen und relativ viele Möglichkeiten, seinen Abschluss zu machen. Danach wird es natürlich schwierig, da bei einer Habilitationsstelle über die wissenschaftliche Leistung allein gar nichts geht. Man muss sich Seilschaften suchen, möglichst „anschlussfähige“ Drittmittelanträge formulieren, jeden Kongress besuchen und ständig publizieren. Da wird dann auch die politische Einstellung zum Kriterium. Aber bis dahin halte ich die Behauptung, dass das Rechtssein schaden könnte, für Rumgeheule.

Sehr geehrter Herr Lehnert, vielen Dank für das Gespräch.

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§ Ein Kommentar zu „“Ich bin relativ allergisch, was das Bemühen des Staates betrifft, über mich zu bestimmen.”“

  • F. sagt:

    Einige Gedanken von Herrn Lehnert sind zwar idealistisch, aber sicher nicht verkehrt. Was mir jedoch Bauchschmerzen bereitet ist, wenn man von “Eliten” und “Rechten” in einem Artikel spricht. Auch wenn dies nicht unmittelbar im Zusammenhang steht.
    Würde der gute Herr nicht mit den Begriffen “Rechts” “neue Rechte” etc. um sich werfen, dann hätte ich den guten Mann einfach “nur” als Konservativ eingestuft. Diese Wortwahl eignet sich sicherlich hervorragend um zu provozieren, aber nicht um ernst genommen zu werden.

    Ich halte die Terminologie “Rechts” oder auch “neue Rechte” einfach für fehl am Platz wenn man politisch etwas bewegen möchte, da der Begriff “rechts” bei mir und vermutlich auch bei vielen anderen Bürgern, in der gleichen Schublade mit den rechten Parteien steckt.

    Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass er beim “collegium dextrum” davon spricht nur bestimmte Leute einzuladen.

    “Wir laden solche Leute ein, die eine begründete Hoffnung in uns geweckt haben.”

    Zwar steht das nächste Zitat auch nicht in einem direkten Zusammenhang, jedoch frage ich mich, warum der Herr Lehnert sich über die folgende Problematik wundert.

    “Wo wird denn bei uns lebhaft diskutiert? Wenn sie sich mal das ganze Spektrum anschauen, dann ist das ja in sich recht konformistisch. Innerhalb eines bestimmten Kreises, den man früher als Neue Rechte bezeichnen konnte – jetzt hat sich das ja auch auseinanderdividiert –, ist eigentlich kein so wahnsinnig großer Pluralismus vorhanden”

    Wie soll denn ein Diskurs zustande kommen, wenn ich ein paar politisch Gleichgesinnte in einen Raum stecke und mit denen Literatur bespreche, die nur meiner/unserer Anschauung entsprechen? Das hat wahrhaftig etwas Sektenhaftes.

    Meines Erachtens sind die Probleme über die die Herren klagen alle hausgemacht. Das fängt beim Namen “neue Rechte” an, geht darüber, dass linke als “Feinde” bezeichnet werden, womit man kein Deut besser ist, bis hin zu Briefchen unter Freunden, die vermutlich auch nur die eigenen Kreise interessieren.

    Gute Nacht.

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