Die Neue Rechte im Internet

31. Oktober 2009 § 0 - von Felix Springer

Ausgewählte Auftritte

Auch die Neue Rechte nutzt das weltweite Netz. Die wichtigsten virtuellen Auftritte sind Sezession.de und die Blaue Narzisse. Hier eine kurze Vorstellung.

Sezession

„Den wahren, guten und schönen Rechten ein Tagebuch.“ heißt es ganz ohne Ironie auf www.sezession.de. Täglich schreiben hier zehn handverlesene Autoren über Politik, Kunst, Kultur und Alltag aus rechter Sicht. Obwohl dabei niemandem der Mund verboten wird, lässt sich ganz zweifellos feststellen, dass es sich hierbei um das anspruch- und niveauvollste Netztagebuch handelt, das das Milieu der Neuen Rechten bieten kann.

Die Netzpräsenz fungiert zugleich als Aushängeschild für die gleichnamige politisch-kulturelle Zeitschrift, die zweimonatlich vom Institut für Staatspolitik herausgegeben wird und sich zu Recht auf die Fahnen schreibt, „gebildet, widerborstig und konservativ zu sein“. Regelmäßig für die Sezession schreiben: Thorsten Hinz, Ellen Kositza, Götz Kubitschek, Erik Lehnert, Wiggo Mann, Stefan Scheil, Karlheinz Weißmann und andere mehr.

Die Blaue Narzisse

Das Projekt „Blaue Narzisse“ wurde 2004 von einer Gruppe Chemnitzer Schüler um Felix Menzel ins Leben gerufen. War es anfangs das formulierte Ziel, eine Schülerzeitung des gehobenen Anspruchs zu machen, ergab sich doch sehr schnell eine dezidiert konservative Ausrichtung der publizistischen Unternehmung. 2006 wurde mit der Ausweitung des Angebots auf das virtuelle Netz der entscheidende Schritt hin zu einer deutschlandweiten Rezeption vollzogen. Der Wandel von einer Schülerzeitung zu dem Onlinemagazin für Schüler und Studenten der heutigen Tage ist auch Gegenstand einer im aktuellen Heft veröffentlichten Chronik.

Dass der mecklenburgische Landtagsabgeordnete Mathias Brodkorb (SPD) die Blaue Narzisse als „Junge Freiheit 2.0“ bezeichnete, sagt einiges darüber aus, welche Relevanz dem Medium sowohl außer- als auch innerhalb des neurechten Milieus zugesprochen wird. Die Ursachen hierfür liegen wohl einerseits in der Konsequenz, mit der Menzels Gruppe den eigenen Anspruch und Standpunkt immer wieder gegen Widerstand von außen verteidigte und andererseits auch in der Einzigartigkeit und Vielfalt des Angebots. So gelang es unter anderem, Henryk M. Broder für ein Interview zu gewinnen. Der nahezu täglich aktualisierte Netzauftritt des Magazins bietet neben Kommentaren zur Tagespolitik aber auch Hintergründiges: Kultur und Kunst sind ebenso Thema wie die Beschäftigung mit Theorie und Wissenschaft.

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