Wen entlarven diese Fragen?
Nun kann man von Oskar Lafontaine und der Linken halten was man will. Aber elende Interview-Fragen, die dann vielleicht doch noch ein dunkles Geheimnis an das Tageslicht bringen sollen, sind – gelinde gesagt – nervtötend. Zum Beispiel im Hamburger Abendblatt.
Der Klassiker: Die Villa im Saarland.
Gero Küsel: Sie haben eine Villa im Saarland. Wie glaubwürdig ist da Ihre reichenfeindliche Politik?
Lafontaine: Das ist auch so ein Märchen. Die sogenannte Villa im Saarland hat einen Grundriss von zwölf mal zwölf Metern. Die wurde dann von der Boulevardpresse als Palast bezeichnet. Es wurde verschwiegen, dass meine Mutter und meine Schwiegermutter – beide 90-jährig – bei uns wohnten. Aber es ist bedauerlich, dass politisch feindlich gesonnene Medien zu solchen Diffamierungskampagnen greifen. Die Polemik der Boulevardpresse, nur Hartz-IV-Empfänger könnten glaubwürdig linke Politik machen, ist albern.
Abendblatt: Wenn wir schon bei Zahlen sind: Wie groß ist denn das Grundstück, auf dem das Haus steht?
Lafontaine: Neben dem Haus ist eine Obstwiese, die hat zwei Hektar. Natürlich wurde sie als Riesenbesitz bezeichnet. Das ist geradezu lächerlich, mein lieber Herr Strunz.
Abendblatt: Es war nur eine einfache Nachfrage, Herr Lafontaine.
Lafontaine: Man riecht den Braten und ist verstimmt.
Immer wieder gern: Die Kommunisten-Keule. Genau so nervig wie die Nazi-Keule.
Zwischenruf aus der Schulklasse: Sind Sie eigentlich Kommunist?
Lafontaine: Ich will erst einmal an Sie die Frage richten: Was ist ein Kommunist? Auf diese Frage bekommt man die merkwürdigsten Antworten, da könnte man sich totlachen. Aber zu Ihrer Beruhigung: Ich bin kein Kommunist.
Vielleicht kann man ihn ja doch noch als gewaltverherrlichenden Demagogen entlarven!?
Lukas Struß: In Frankreich haben Arbeitnehmer ihre Chefs als Geiseln genommen und mit der Sprengung von Fabriken gedroht …
Lafontaine: … das soll ich jetzt befürworten, damit die “Bild”-Zeitung morgen auf der ersten Seite wieder in großen Buchstaben schreit?
Lukas Struß: Lassen Sie mich bitte meine Frage zu Ende führen.
Lafontaine: Manchmal begreifen Politiker schon, worauf etwas hinausläuft.
Lukas Struß: Ich wollte fragen: Brauchen wir in Deutschland eine aggressivere Arbeiterschaft?
Oskar Lafontaine ist Populist, das kann man ihm (unter anderem) vorwerfen. Nur wenn man das tun möchte, dann sollte man sich Populismus vielleicht selbst verkneifen?
Das ganze Interview: Hier.

Also wer hier das Interview geführt hat, ist einfach nur ein unverschämtes Subjekt.
Also ich bin CDU-Mitglied, aber so viel Schwachsinn hab ich noch nie auf so wenig Platz gelesen. Da nimmt man sogar einen Lafontaine in Schutz..
Diese Art von Dummdreistigkeit gibt’s wohl auf allen Seiten ;-)